GS Hodenhagen

Konzept gegen Gewalt


Was ist und wie geht "Faustlos"?

"Faustlos" ist ein vom Heidelberger Präventionszentrum (HPZ) erarbeitetes und erfolgreich erprobtes Unterrichtsprojekt (Curriculum), das impulsives und aggressives Verhalten von 6 bis 10 jährigen Kindern vermindern und die soziale Kompetenz von Grundschulkindern erhöhen soll.

Aggressives Verhalten resultiert vor allem aus einem Mangel an sozialen und emotionalen Kompetenzen. "Faustlos" vermittelt daher alters- und entwicklungsgemäße Kenntnisse und Fähigkeiten insbesondere in den Bereichen Empathie (Einfühlungsvermögen), Impulskontrolle bzw. Konfliktlösung und Umgang mit Ärger und Wut.

Das Faustlos-Programm ist für die 1. – 3. Klassen in der Grundschule konzipiert, insgesamt 51 Lektionen werden im Klassenverband erteilt.

Die Lernziele im Einzelnen:

I. Empathieförderung: Hier lernen die Kinder

  • Gefühle anderer zu identifizieren (Freude, Ärger, Trauer, Wut...)

  • die Perspektive eines anderen zu übernehmen und

  • einfühlsam auf andere zu reagieren

II. Impulsives und aggressives Verhalten soll vermindert werden

  • durch das Einüben sozialer Verhaltensweisen (z.B. sich entschuldigen, jemanden um Hilfe bitten, sich klar und entschieden äußern, z.B. deutlich "Nein" sagen...)

  • durch die Anwendung von Problemlösestrategien in sozialen (Konflikt-) Situationen

III. Von Ärger und Wut bestimmtes Verhalten von Kindern soll vermindert werden

  • durch das Erkennen von ärgerlichen Gefühlen und deren Auslöser

  • indem man lernt, Ärger-Gefühle sozial angemessen zum Ausdruck zu bringen

  • durch das Erlernen von Techniken zur Reduzierung von Ärger (positive Selbstverstärkung, Erlernen von Beruhigungstechniken)

Die ganztägige Faustlos-Fortbildung unseres Kollegiums vom 24.02.2007 (siehe WZ-Artikel) wurde zügig umgesetzt: Seit dem zweiten Schulhalbjahr 2006/07 wird an der Grundschule Hodenhagen in allen Klassen 1 bis 3 "Faustlos" unterrichtet.

Praktisch sieht eine Lektion etwa so aus: Zu Beginn der Stunde bietet ein Foto (Overheadfolie) aus dem Faustlos-Koffer Anlass zu einem intensiven Gespräch über eine typische (Konflikt-) Situation, wie sie Kinder im Grundschulalter häufig erleben. In Partnerübungen und Rollenspielen werden dann geeignete, d.h. der jeweiligen Situation angemessene, faire und gewaltfreie Verhaltens- und Handlungsweisen praktisch eingeübt.

Derzeit sind die Faustlos-Stunden vor allem dem Fach Religion zugeordnet, langfristig soll "Faustlos" in der Regel von der Klassenlehrerin / dem Klassenlehrer unterrichtet werden, denn so können die Inhalte des Programms noch stärker und vielfältiger auch in anderen Unterrichtsphasen und –fächern (z.B. im Deutsch- und Sachunterricht) und überhaupt im Klassen- und Schulleben aufgenommen und eingeübt werden.

Zu Beginn einer neuen Faustlos-Einheit (siehe oben I – III) werden die Eltern in einem Brief über die Inhalte und Lernziele der Lektionen informiert, so dass die schulischen Bemühungen zur Gewaltprävention auch im häuslichen Umfeld der Kinder aufgegriffen und praktisch unterstützt werden können.