Grundschule Ahlden

Spielgruppenarbeit


Fair bringt mehr

Konzept der Spielgruppenarbeit

Unsere Schule nahm am Wettbewerb "Fair bringt mehr" teil und platzierte sich mit ihrem Spielgruppenkonzept im Bereich der Grundschulen. Dafür gab es einen Scheck, der von den Volksbanken und Raiffeisenbanken in Niedersachsen und Bremen überreicht wurde. Unter der Leitung von Frau Hartmann wird seit Jahren erfolgreich das Konzept der Spielgruppenarbeit an der Schule umgesetzt und deshalb freuten wir uns auch besonders über die Auszeichnung, die mit der Übergabe eines Schecks in Höhe von 300 € verbunden war. Dieser Wettbewerb zeichnete Projekte aus, die ein klares Zeichen für mehr soziale Kompetenz in unserer Gesellschaft setzen.

Die Spielgruppenarbeit richtet sich in erster Linie an Kinder, die durch Schwierigkeiten in der sozialen und emotionalen Entwicklung auffallen. Ziel ist es, eine ungünstige Entwicklung zu verhindern und eventuell vorhandene unerwünschte Verhaltensweisen (z. B. Aggressivität, Hemmungen, Ängstlichkeit) abzubauen. Dabei ist es wichtig, sozial unsicheren Kindern Verhaltensalternativen aufzuzeigen und zu trainieren, um zukünftige Konflikte angemessen zu bewältigen.

Im schulischen Alltag ist die Zeit für spielerische Aktivitäten oftmals sehr begrenzt. Durch die Spielgruppenarbeit kann hier ein Freiraum geschaffen werden, der den Kindern verstärkt die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit der Gruppe bietet. In der Interaktion mit den Mitspielern kann es immer wieder zu Konflikten kommen, die in diesem Rahmen aufgegriffen und kindgemäß verarbeitet werden sollen. Eine Steigerung der Frustrationstoleranz und eine günstige Entwicklung des Konfliktlösungsverhaltens kann somit über die Spielgruppenarbeit angebahnt werden. Gleichzeitig werden sprachliche Fähigkeiten trainiert.

Kinder mit Verhaltensproblemen haben meist Schwierigkeiten, sich in Gruppen zurechtzufinden und zu kooperieren. Im Spiel kann die Fähigkeit zum Zuhören und das Einhalten von Regeln gefördert werden. Spielgruppenarbeit kann hier zum Aufbau und zur Steigerung der Gruppenfähigkeit beitragen.

Auch für Kinder, die durch eher schüchternes Verhalten auffallen, eignet sich der Rahmen der Spielgruppenarbeit. Die kleine Gruppe und der Aufforderungscharakter der Spiele erleichtern die Kontaktaufnahme. Die Kinder können hier die Behauptung in der Gruppe trainieren und lernen, eigene Wünsche und Gefühle besser zu formulieren. Da es in der kleinen Gruppe eher gelingt, ihre positiven Fähigkeiten in den Vordergrund zu stellen und auf ihr Vorbildverhalten aufmerksam zu machen, können die Kinder ihre Selbstsicherheit steigern.

Nicht zuletzt sind beim Spielen in der Gruppe Fähigkeiten wie Konzentration, Ausdauer, Wahrnehmung und Reaktion gefordert, damit der Spielfluss gewährleistet ist und die Freude am Spiel bei allen Teilnehmern erhalten bleibt.

Zusammengefasst soll die Spielgruppenarbeit sich positiv auf folgende Fähigkeiten auswirken:

· Kooperation und soziale Sensibilität (bes. Einfühlungsvermögen), Hilfsbereitschaft, Toleranz

· Interaktion und Sprache

· Konfliktlösungsverhalten, Frustrationstoleranz

· Gruppenfähigkeit durch das Einhalten von Regeln und Zuhören können

· Konzentration, Ausdauer, Wahrnehmung, Reaktionsvermögen

· Kontaktaufnahme, Steigerung des Selbstbewusstseins

Daneben soll Spielgruppenarbeit den Kindern vermitteln, dass Spielen mit anderen Kindern eine sinnvolle und spaßbringende, möglicherweise "alternative" Freizeitbeschäftigung sein kann.

Die Spielgruppenarbeit findet für alle Klassenstufen einmal pro Woche statt. Die Gruppe setzt sich aus 10 bis 12 Kindern zusammen, wobei auch Kinder teilnehmen, die aufgrund ihres guten Sozialverhaltens als „Modell“ fungieren können.

Die Stunde beginnt in der Regel mit einem Spiel, das alle gemeinsam in der Großgruppe spielen und das auf den Schwerpunkt der Stunde einstimmt (Spiele zur Konzentration, Kooperation, Reaktion, Wahrnehmung etc.). Danach folgt eine Spielphase, in der die Kinder sich je nach Intention der Stunde in Kleingruppen aufteilen und aus dem angebotenen Spielmaterial wählen oder in der großen Gruppe zusammenbleiben, um Kreisspiele, Bewegungsspiele oder gestaltende Spiele zu spielen. Sollten in dieser Phase Konflikte auftreten, wird das Spiel unterbrochen, um nach Problemlösungen zu suchen. Die Spielgruppenstunde endet mit einer Reflexionsphase, in der zur Sprache gebracht werden soll, was in der Stunde gut gelaufen ist, wo es Probleme gab, was wiederholt werden sollte oder wie Konflikte innerhalb der Gruppe erfolgreich gelöst wurden.